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Ferienfahrt des TV. Hundheim zum Jagdhaus am Zauchensee vom 27. 7. bis 13. 8.1964

Eine Teilnehmerin berichtet:

Unter Leitung von Lehrer Lenz, Hundheim, führte der Turnverein Hundheim seine dritte Alpenfahrt durch. Voller Erwartung standen wir am 27. Juli 1964 in Koblenz auf dem Hauptbahnhof und warteten auf den Dalmatia-Expreß, der uns bis zum nächsten Morgen nach Österreich bringen sollte. Herr Lenz führte uns zu den reservierten Abteilen und wir machten es uns gleich bequem. Aber an das Schlafen dachten wir gar nicht, denn auf jedem Bahnhof gab es etwas Neues zu sehen. Schon um vier Uhr wurde es hell, ein herrlicher Morgen zog herauf. Und dann vor der Grenze die ersten Berge  —  welch überwältigender Anblick. In Bischofshofen stiegen wir in einen anderen Zug um und von Altenmarkt aus brachte uns ein Bus zum Jagdhaus am Zauchensee, das zwei Wochen lang unser Zuhause sein sollte. Nachdem wir unsere Zimmer eingeräumt hatten, fühlten wir uns schon richtig wohl. Wir gingen hinunter zum See und schauten hinüber zu den Bergen im Süden und konnten uns noch gar nicht vorstellen, daß wir einmal von deren Gipfel uns die Welt besehen durften. Bei der ersten Wanderung stieg auch noch so mancher Seufzer in den blauen Himmel, aber bald hatten wir uns an die Berge gewöhnt und die erste Tageswanderung konnte starten. Bewaffnet mit Regenkleidung, guten Bergschuhen und einem Beutel voll Proviant zogen wir los. Wir marschierten in einer langen Reihe hintereinander, sorgfältig schauten wir auf den Boden und traten immer in die Fußtapfen des Vormannes. Überall ertönte das Klingen der Kuhglocken, und so manches Rindvieh wurde hier oben fotografiert. Munter marschierten wir weiter und immer näher kamen wir dem Gipfel. Dann waren wir endlich oben, wir sahen von hier die Hohen Tauern, das Tennengebirge und tief unter uns lag der Zauchensee wie eine kleine Wasserpfütze. Wie die Wölfe fielen wir am Abend nach dieser Wanderung über das Essen her, das dank Frau Schoden‘s Kochkunst immer vorzüglich schmeckte. Ganz besonders freuten wir uns auf die Fahrt zum Dachstein. Diese Fahrt führte uns um das ganze Dachstein-Massiv herum, wir fuhren mit der Seilbahn hoch zum Krippenstein. Hier waren wir dem Himmel schon viel näher und gar nicht mehr weit grüßte König Dachstein mit seinem schneebedeckten Gipfel. Wir wären noch den ganzen Tag hier oben geblieben, wenn nicht Herr Lenz schon mit den Karten zur Eishöhle gewinkt hätte, die wir auch noch besichtigten. Hier war es gar nicht warm, aber unser Fahrtleiter hatte dafür gesorgt, daß wir alle warme Jacken dabei hatten, die wir in den unterirdischen Höhlen überziehen konnten. Auf dem Heimweg machten wir noch Halt am Gosausee, einem der schönsten Anblicke, die Osterreich überhaupt zu bieten hat. Das, was wir an diesem Tag erlebt haben, konnten wir gar nicht verkraften danach war ein sonniger Ruhetag schon angebracht. Puh — , wie naß war für manche das Wasser im Zauchensee, aber noch einem kühlen Bad fühlte man sich an den heißen Tagen schon viel wohler. Herr Lenz hatte mit den Jungen eine kleine Ecke des Sees durch Balken abgegrenzt, so daß auch die Nichtschwimmer auf ihre Kosten kamen. Besonders schön waren die Stunden, in denen wir beisammensaßen und sangen. Es war meist nicht schön, dafür aber um so lauter, man hätte bestimmt jeden Berggeist damit verjaqen können.

Sehr viel Begeisterung gab es bei der Fahrt nach Hallein ins Salzbergwerk. Wir mußten alle weiße Bergwerksanzüge anziehen in denen wir wie Teddybären aussahen. Zwei Führer begleiteten uns im Bergwerk, ganz besonders gut gefiel uns das Rutschen. Auf dem Hosenboden rutschten wir sechsmal über lange Holzrutschen (ca. 70 m) hinab in die Tiefe des Bergwerkes. Huh —‚ gab das ein komisches Gefühl im Magen und wie heiß wurde der Hosenboden! Dann fuhren wir noch mit einem sehr schnellen Bergwerksbähnchen durch den Stollen, der Wind pfiff so schön um die Ohren, es war ganz toll. Nachher im Jagdhaus wußte keiner genug zu erzählen und das Geschnatter aus den Schlafzimmern wollte an diesem Abend gar nicht verstummen. Und dann hieß es schon: „ Packen, am Mittwoch geht es heimwärts !“ Wir nahmen Abschied von den Bergen, vom Zauchensee und von dem Jagdhaus, das uns für diese Zeit ein schönes Zuhause geworden war.

In SaIzburg unterbrachen wir die Heimreise, wir besichtigten die Festung Hohensalzburg, das Festspielhaus, die Getreidegasse und andere Sehenswürdigkeiten der Mozartstadt. Um 22 Uhr lief der Dalmatia-Expreß in Salzburg ein, wir verstauten unser Gepäck und ab ging die Post Richtung Heimat.

So ging eine schöne Fahrt zu Ende, alle waren gesund geblieben und es waren dank der Sorgfalt und Umsicht unseres Fahrtleiters keine Unfälle zu beklagen. Die Erinnerung an die schöne Zeit in Osterreich wird uns immer bleiben und wir werden alle sehr gerne daran zurückdenken.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Festschrift zum 28. Gauturnfest des Hunsrückgaues in Hundheim / Hunsrück am 29. und 30. Mai 1965 ".

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